Digitale Heimat ohne Souverenität

Arm heiraten und teuer einkaufen kann jeder. Genau so verhält es sich mit der „Digitalen Heimat“ der Stadt Paderborn. Mit einem Tempo wurde die Stadt digitalisiert, einem Tempo was oberflächlich beeindruckt. Jetzt stellt sich heraus, alle Komponenten wurden „out of the box“ beschafft, perfekt für Beamte, denen hinzulernen nicht zumutbar ist. Dass sich diese einfachen Lösungen jemand bezahlen lässt, ist selbstverständlich. Der Umstand, das Geld dafür anschließend irgendwo hinwandert, wo die DSGVO keine Rolle spielt, ist dann auch egal.
Jetzt heult die Stadt herum, wie zu lesen im Westfälischen-Volksblatt am 1. April 2026, wie teuer doch die ganzen Lösungen sind, welche Microsoft gerne für horrende Lizenzgebühren zur Verfügung stellt. Jetzt sollen es Integration und KI es richten. Bereitwillig werden hohe Gebühren für proprietäre Software ausgegeben. Dabei gibt es gerade im Bereich Claude Lösungen, die wenig bis gar nichts kosten. Und auch wenn unser digitales Rückkrad schon lange auf dem kostenlosen Betriebssystem Linux läuft, welches in jedem Router und jedem Server seinen Dienst tut, ist aus den Betonköpfen in den Amtsstuben der Glaube „Was nichts kostet, taugt auch nichts“ nicht herauszubekommen.
Und selbst wenn es noch tausend andere gute Gründe gäbe, Open-Source-Software zu verwenden, würden die Vertreter der Stadt wohl immer auf kostenpflichtige Alternativen zurückgreifen, insofern es welche für ein Problem gibt. Eher würden sie sich die Finger abhacken, als den Weg der digitalen Souveränität zu gehen.
Ja, Linux und seine Pakete benötigen einen gewissen Grad an Kompetenz. Das Geld für die Schulung ist aber immer noch besser angelegt, als das pausenlose weiterzahlen von Lizenzkosten. Wie es gehen könnte, darüber könnten sich CDU Politiker beim C3PB gerne informieren. Eher friert aber die Hölle zu, bevor sich jemand von denen dort sehen lässt.
Ich würde ich mich freuen, mich dort mit IT-Chef Thomas Kloppenburg mal bei Mate-Brause zu treffen, um ihn einmal zu zeigen, wie man aus dem IT-Würgegriff der Techbros sich befreien kann.
Die im Norden dagegen lieben Freiheit und Unabhängigkeit, sogar im Bereich IT. So verfolgt Schleswig-Holstein den Open-Source Ansatz und steigt komplett um. Und so entsteht die wahre „Digitale Heimat“ jetzt in „Südschweden“ während Paderborn weiterhin Tribute an weit entlegene Monopolisten leistet.
Hier bloggen wir!

