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Farewell Buddy

Farewell Buddy

Sieben Jahre ist es jetzt her, es war Ostern und wir sind am Padersee spazieren gegangen. Unser Katerle Cecil war im vorherigen Sommer gestorben und wir wussten: Jetzt ist die Zeit für ein neues vierbeiniges Familienmitglied, diesmal auf Geralds ausdrücklichen Wunsch einen Hund! Dabei hatten wir keine genauen Vorstellungen von unserem “Wunschhund”. Es sollte vom Wesen passen, der Hund sollte bürotauglich sein, unproblematisch was Kinder betrifft und im Idealfall 4-5 Jahre alt (aus dem Gröbsten raus, aber noch jung genug, dass wir uns nicht bald wieder verabschieden müssen). Farbe: egal, Größe: egal, Rasse: egal.

Ich weiß nicht mehr, ob wir noch am Osterwochenende oder in der Woche danach zum Tierheim gefahren sind. Ich weiß nur noch: Es war laut, es war unruhig und vor lauter Tieren sah man das Einzelne gar nicht mehr. Die Mitarbeiterin vom Tierheim befragte uns nach Erfahrungen, Erwartungen, Umfeld und so weiter, um uns - als “Wiedereinsteiger” in Sachen Hundehaltung - einen älteren, mittelgroßen weißbraunen Rüden vorzuschlagen. Er lag inmitten des chaotischen Rudels in einer Sandkuhle unter einer Hundehütte und war kaum zu sehen. “Gehen Sie doch einfach mal eine Runde mit ihm spazieren”, meinte die Frau vom Tierheim, “dann sehen Sie, ob es passt!”. Gesagt, getan. Buddy, so dein Name, brauchte nicht lange überredet zu werden: Leine und Geschirr: Zack, war er auf den Beinen! Und so entspannt, wie er sich in der Kuhle versteckt hatte, so energievoll zog er uns aus dem Tierheim. Wir begegneten anderen Hunden, Kindern, Joggern, Fahrradfahrern - alles kein Problem. Buddy hatte eine angenehme Größe - “kniehoch” - und langes, weiches, teils lockiges Fell. Er war aufmerksam, freundlich und trotz des aus unserer Sicht schon zu hohen Alters von 9 Jahren agil, ohne überdreht zu sein. Das Alter war eigentlich alles, was uns zögern ließ - die Trauer um Cecil wirkte noch nach und wir wollten nicht so bald wieder ein Tier beerdigen müssen. Aber ihn deshalb im Tierheim lassen? Muss er seine letzten Jahre in dieser unruhigen Umgebung verbringen, weil er uns auf dem Papier zu alt erschien?

Nein, alles andere passte. Und darum entschieden wir uns für ihn, auch wenn er uns vielleicht nur 3-4 Jahre begleiten würde. Es sollten dann doch 7 werden...

Buddy war der ideale Familienhund: Fixiert auf “seine” Leute, aber freundlich zu allen. Er hatte nie ein Problem mit fremden Menschen, war nie aggressiv (bis auf wenige Ausnahmen, wenn er unter seinem Busch im Garten lag und das Plätzchen partout nicht verlassen wollte…). Als zwei Jahre nach Buddy mit Millie wieder ein Kätzchen bei uns einzog, war Buddy aufgeregt (für Millie etwas zu aufgeregt), aber innerhalb weniger Tage haben sich die beiden aneinander gewöhnt. Eng gekuschelt haben die beiden nie, aber Buddy wurde Millies “großer Bruder” - kamen wir nach Hause, sprang auch gleich Millie irgendwo aus dem Gebüsch und lief mit ihm zum Eingang. Klar: Es war bestimmt Futterzeit, und gefüttert wurden beide gleichzeitig. Als Buddy Silvester 2024/2025 ein geriatrisches Vestibularsyndrom entwickelte (abgesehen von nachlassendem Gehör und Sehsinn sowie der Lust am Gassigang der erste altersbedingte Meilenstein) und sein Futter verweigerte, hat auch Millie tagelang nicht gefressen. Bis Buddy wieder fraß. Buddy hat zwar seitdem öfter mal mit dem Futter gehadert (vorher hat er alles gefressen!) und wir mussten öfter mal wechseln und auf zusätzliches Trockenfutter ausweichen (das Nassfutter konnten wir nicht stehen lassen, bis Buddy irgendwann im Laufe des Tages doch noch Hunger bekam - Millie wurde zu rund, sie fand sein Futter nämlich besonders interessant). Aber im Großen und Ganzen hattest du immer noch Freude am Leben. Die Spaziergänge wurden halt kürzer. Die Mahlzeiten kleiner und öfter. Aber du warst, wo wir waren. Immer dabei, Hauptsache dabei.

Aber irgendwann machten die Beine nicht mehr mit, der Gang wurde immer unsicherer. Du hattest Schwierigkeiten, dich hinzulegen und dann wieder hochzukommen. Du bist aus dem Körbchen gefallen, wenn du dich dicht an den Rand legen wolltest. Die vier Stufen zur Wohnungstür konntest du nur noch überwinden, wenn wir dich fest im Geschirr gehalten haben. Und du hast nicht mehr mit der Rute gewedelt. Das hast du immer gemacht: Wenn du uns gesehen hast, wenn es raus ging, wenn es Futter gab, wenn wir dich gestreichelt haben. Wenigstens ein leichtes Klopfen auf den Boden. In deinen letzten Wochen blieb es aus. Ganz seicht nur noch, wenn wir im Schneckentempo doch noch mal eine andere Gassirunde nahmen und die anderen Gerüche dein Interesse weckten. Aber weit bist du nicht mehr gekommen.

Wir waren mit dir beim Tierarzt. Wir haben versucht, dir die Schmerzen zu nehmen und dich vielleicht noch etwas aufzubauen. Aber uns war klar: Du bist jetzt 16 Jahre, du hast ein Alter erreicht, das wir nicht zu hoffen gewagt haben, als wir uns für dich entschieden haben. Aber so langsam ist es doch Zeit, Abschied zu nehmen.

Farewell, du geliebte Torfnase!
Buddy

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Gerald Kaufmann

Gerald Kaufmann

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Dagmar Merbecks

Dagmar Merbecks

Mediendesignerin
Mediendesignerin mit besonderer Vorliebe fürs Web, die WYSIWYG für überflüssig hält. Weitere Interessen: Marketing, Social Media, Technik - und natürlich Paderborn!